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Sigmund Freuds Theorien über Religion

bpd : Sigmund Freuds Theorien über Religion
Sigmund Freud ist am bekanntesten für seine psychoanalytische Denkschule, aber er interessierte sich auch sehr für Religion. Als Erwachsener betrachtete sich Freud als Atheist, aber sein jüdischer Hintergrund sowie seine Erziehung und sein Hintergrund spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung seiner Ideen. Er schrieb sogar mehrere Bücher zum Thema Religion.

Erfahren Sie mehr über Freuds komplizierte Beziehung zur Religion sowie einige seiner Gedanken zu Religion und Spiritualität.

Freuds frühe religiöse Einflüsse

Sigmund Freud wurde als Sohn jüdischer Eltern in der stark römisch-katholischen Stadt Freiburg in Mähren geboren. Während seines gesamten Lebens bemühte sich Freud, Religion und Spiritualität zu verstehen, und verfasste mehrere Bücher zu diesem Thema, darunter Totem und Tabu (1913), Die Zukunft einer Illusion (1927), Zivilisation und ihre Unzufriedenheit (1930) sowie Moses und Monotheismus ( 1938).

Freud glaubte, Religion sei Ausdruck der zugrunde liegenden psychologischen Neurosen und des Leidens. An verschiedenen Stellen seiner Schriften vertrat er die Ansicht, Religion sei ein Versuch, den ödipalen Komplex (im Gegensatz zum Electra-Komplex) zu kontrollieren, ein Mittel, um sozialen Gruppen Struktur zu verleihen, Wünsche zu erfüllen, eine kindliche Täuschung und einen Versuch, den zu kontrollieren Außenwelt.

Freuds jüdisches Erbe

Während er sehr offen über seinen Atheismus war und glaubte, dass die Religion überwunden werden müsse, war er sich des starken Einflusses der Religion auf die Identität bewusst. Er räumte ein, dass sein jüdisches Erbe sowie der Antisemitismus, dem er häufig begegnete, seine eigene Persönlichkeit geformt hatten.

"Meine Sprache ist Deutsch. Meine Kultur, meine Errungenschaften sind Deutsch. Ich habe mich intellektuell als Deutsch betrachtet, bis ich das Anwachsen antisemitischer Vorurteile in Deutschland und Deutsch-Österreich bemerkte. Seitdem ziehe ich es vor, mich als Jude zu bezeichnen", schrieb er im Jahr 1925.

Religion nach Freud

Wie hat sich Freud über Religion gefühlt?

Unter einigen von Freuds berühmtesten Zitaten über Religion schlug er vor, dass "Religion eine Illusion ist und ihre Stärke aus der Tatsache ergibt, dass sie in unsere instinktiven Wünsche fällt." Sigmund Freud in seinem Buch New Introductory Lectures on Psychoanalysis (1933)

In der Zukunft einer Illusion schrieb Freud, dass "Religion mit einer kindlichen Neurose vergleichbar ist".

Moses und Monotheismus war eines seiner letzten Werke vor seinem Tod. Darin schlug er vor, dass "Religion ein Versuch ist, die Kontrolle über die Sinneswelt, in die wir versetzt werden, durch die Wunschwelt zu erlangen, die wir aufgrund biologischer und psychologischer Notwendigkeiten in uns entwickelt haben. ..] Wenn man versucht, der Religion ihren Platz in der Evolution des Menschen zuzuweisen, scheint dies weniger eine dauerhafte Errungenschaft zu sein, als vielmehr eine Parallele zu der Neurose, die das zivilisierte Individuum auf seinem Weg von der Kindheit zur Reife durchlaufen muss. "

Freuds Religionskritik

Während Freud von Religion und Spiritualität fasziniert war, war er zeitweise auch ziemlich kritisch. Er kritisierte die Religion als abweisend, hart und lieblos gegenüber denen, die keiner bestimmten religiösen Gruppe angehören.

Aus der Zukunft einer Illusion (1927): "Unsere Kenntnis des historischen Werts bestimmter religiöser Lehren erhöht unseren Respekt vor ihnen, macht jedoch unseren Vorschlag, sie nicht mehr als Gründe für die Grundsätze der Zivilisation zu verwenden, nicht ungültig. Im Gegenteil: Diese historischen Überreste haben uns geholfen, die religiösen Lehren sozusagen als neurotische Relikte zu betrachten, und wir können jetzt argumentieren, dass es wahrscheinlich an der Zeit ist, wie bei einer analytischen Behandlung, die Auswirkungen der Unterdrückung durch zu ersetzen die Ergebnisse der rationalen Funktionsweise des Intellekts. "

Einige seiner kritischsten Kommentare finden sich in seinem Text Civilization and Its Discontents . "Das Ganze ist so offensichtlich kindisch, so fremd für die Realität, dass es für jeden mit einer freundlichen Einstellung zur Menschheit schmerzlich ist zu glauben, dass die große Mehrheit der Sterblichen niemals in der Lage sein wird, sich über diese Sicht des Lebens zu erheben", schlug er vor. "Es ist noch erniedrigender zu entdecken, wie eine große Anzahl von Menschen, die heute leben und sehen, dass diese Religion nicht haltbar ist, versuchen, sie in einer Reihe erbärmlicher Nachhutaktionen Stück für Stück zu verteidigen."

"Die verschiedenen Religionen haben die Rolle des Schuldgefühls in der Zivilisation nie übersehen. Außerdem erheben sie den Anspruch, die Menschheit vor diesem Schuldgefühl zu bewahren, das sie Sünde nennen."

Freuds psychoanalytische Perspektive auf Religion

Freuds psychoanalytische Perspektive betrachtete Religion als das Bedürfnis des Unbewussten nach Wunscherfüllung. Weil die Menschen sich sicher fühlen und sich von ihrer eigenen Schuld befreien müssen, glaubte Freud, dass sie sich dafür entscheiden, an Gott zu glauben, der eine mächtige Vaterfigur darstellt.

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